Sternrundgang Oberammergau 2025
Beim Oberammergauer Sternrundgang ziehen jedes Jahr am Silvesterabend Einheimische und Gäste, begleitet von Sängern und Musikanten, mit einem großen beleuchteten Stern durch die Gemeinde Oberammergau.
Der Brauch des Sternrundgangs in Oberammergau unterscheidet sich von den „Sternsingern“, die in vielen Orten meist am Vorabend oder des Dreikönigstages am 6. Januar singend von Haus zu Haus gehen.
In Oberammergau versammeln sich am letzten Abend des Jahres (31.12.) um 19.00 Uhr am Ammergauer Haus Einheimische und Gäste zum „Sterngang“.
An verschieden Plätzen in Oberammergau macht der Oberammergauer Stern und der Zug aus Einheimischen und Gästen mit seinen vielen bunten Lampions halt, um dort die traditionellen Sternlieder, deren Ursprung bis in das Mittelalter zurückreichen, zu singen und das neue Jahr zu begrüßen.
Den Abschluss an jeder der Stationen bildet der „Tusch“ der Musikkapelle und der laute, gemeinsame Ruf: „A guat’s nei’s Johr“ (auf Deutsch: Ein Gutes Neues Jahr!).
Video Sternrundgang Oberammergau
Stationen des Oberammergauer Sternrundgang im Überblick
- Ammergauer Haus
- Hotel Wolf
- Max-Streibl-Platz bzw. Oberammergau Museum
- Pilatus-Haus
- Sternplatz
- Kriegerdenkmal
- Hotel Maximilian
- Daisenbergerstraße
- Café Hohenleitner
- BRK-Altenheim
- Ehemaliger Gasthof „Beim Bemsl“
- Dorfplatz
Sternrundgang Oberammergau – Ablauf
Am Abend vor dem Neujahrstag ist Oberammergau von emsiger Aktivität erfüllt. Besucher, Urlauber und Einheimische versammeln sich vor dem Ammergauer Haus. Hier werden Lampions an die Gäste ausgegeben und ein Männerchor, ein Bläserensemble sowie eine Blaskapelle positionieren sich. Das zentrale Element des Sternrundgangs ist der „Große Stern“, ein tragbarer Holzstern mit einem Jesuskind-Bild.
A guats neis Johr!
Um Punkt 19:00 Uhr startet der traditionelle „Große Sterngang“, der viele in- und ausländische Besucher an Silvester anzieht. Die erste Station ist direkt vor dem Ammergauer Haus. Hier spielt die Blaskapelle ein kurzes Vorspiel und der Männerchor trägt eines der traditionellen Sternlieder vor, die für diesen Anlass komponiert wurden und bis ins Mittelalter zurückreichen. Nach einer Fanfare oder einem Tusch des Bläserensembles folgt das Neujahrsschreien. Alle Anwesenden wünschen sich lautstark „A guats neis Johr!“ (auf Deutsch: „Ein gutes neues Jahr!“).
Anschließend ziehen die Menschenmenge, der „Große Stern“, der Chor und die Musiker weiter zum Hotel Wolf. Dort erklingt nach dem Vorspiel der Blaskapelle, dem Sternlied und der Fanfare des Bläserensembles ebenfalls ein kräftiges „A guats neis Johr!“. Dieser Ablauf wiederholt sich an den weiteren Stationen Max-Streibl-Platz, Pilatus-Haus und Sternplatz. Dabei befinden sich der „Große Stern“, die Musiker und Sänger stets an der Spitze des Zuges.
Der nächste Halt ist das Kriegerdenkmal, wo sich der Ablauf leicht ändert. Nach dem kurzen Vorspiel der Blaskapelle erklingt anstelle eines Sternliedes das „Kameradenlied“ von Ludwig Uhland, als Gedenken an die verstorbenen Soldaten.
Während der zweiten Strophe des „Kameradenlieds“ ertönen dreimal Böllerschüsse. Aus Respekt und Achtung vor den Verstorbenen entfällt hier das Neujahrsschreien. Die Teilnehmer des Sternrundgangs setzen ihren Weg fort und passieren das Hotel Maximilian, die Daisenbergerstraße, das Café Hohenleitner und das BRK-Altenheim, bevor sie beim Gasthof „Beim Bemsl“ ankommen.
Zwischen 21:00 und 21:30 Uhr erreichen die Teilnehmer, abhängig von der Anzahl der Mitwirkenden, die letzte Station am Dorfplatz. Dort stimmt die Blaskapelle nach einem Vorspiel das Sternlied „Der Weihnachtsstern“ an, welches vom Männerchor gesungen wird. Im Anschluss daran rufen alle Anwesenden ein letztes Mal gemeinsam „A guats neis Johr!“ und singen als feierlichen Abschluss des „Großen Sterngangs“ zusammen mit dem Chor und der Blaskapelle das Lied „Lobe den Herren“ von Joachim Neander.
Der „Große Stern“
Der „Große Stern“ ist ein beleuchteter Holzstern, der an einer langen Stange befestigt ist, die als Halterung dient. Er setzt sich aus zwei stoffverkleideten Elementen zusammen: einem achtzackigen, rotierenden Sternenkranz und einer Holzscheibe mit einem Jesuskind-Bildnis. Während des Sternrundgangs in Oberammergau wird der „Große Stern“ von einer Person durch den Ort getragen, während eine andere die Batterie trägt, die für die Beleuchtung und die Rotation des hölzernen Sternkranzes benötigt wird.
Lieder – Sternrundgang Oberammergau
Die historischen Lieder, die während des Sterngangs an den einzelnen Stationen gesungen werden, werden als Sternlieder bezeichnet. Sie sind sehr alt und wurden speziell für diesen Anlass komponiert. Bedeutende Komponisten waren unter anderem der Oberammergauer Lehrer Rochus Dedler (1779-1822) und der Musikprofessor Eugen Papst (1886-1956).
Beide wirkten auch an verschiedenen Kompositionen für die bekannten Passionsspiele mit, die alle zehn Jahre in Oberammergau stattfinden. Der katholische Pfarrer von Oberammergau, Alois Daisenberger (1799-1883), unterlegte die Sternlieder von Rochus Dedler mit Texten. Daisenberger schrieb ebenfalls Texte für die Passionsspiele. Der Musikverein Oberammergau ist für die Aufbewahrung und Pflege der traditionellen Sternlieder verantwortlich.
Musikalische Untermalung
Die musikalische Untermalung des Sternrundgangs setzt sich aus einem Männerchor mit etwa 60 bis 80 Sängern, einem Bläserensemble mit durchschnittlich sieben Bläsern und einer Musikkapelle zusammen. Traditionsgemäß dürfen im Männerchor nur Männer aus der Gemeinde Oberammergau mitsingen, während die Teilnahme auswärtiger Männer oder gar Frauen untersagt ist.
Geschichte Sternrundgang Oberammergau
Der „Große Sterngang“ hat in Oberammergau seit Jahrhunderten Tradition, doch der genaue Ursprung dieser besonderen Form des Sternsingens bleibt unklar. Die wahrscheinlich erste schriftliche Erwähnung des Brauchs findet sich im Saalbuch des Klosters Ettal, das zwischen 1771 und 1789 verfasst wurde. Dort ist verzeichnet, dass der Pfarrer den Sternbuben 24 Kreuzer auszahlte.
Häufige Fragen zum Sternrundgang Oberammergau – Silvester
Was ist der Sternrundgang in Oberammergau?
Der Sternrundgang in Oberammergau – auch „Großer Sterngang“ genannt – ist
ein jahrhundertealter Brauch am Silvesterabend. Ein
großer beleuchteter Stern wird von Musikanten, Bläserensembles, einem Männerchor
und zahlreichen Einheimischen und Gästen durch die Gemeinde getragen.
An verschiedenen Stationen werden traditionelle Sternlieder gesungen,
deren Ursprung bis ins Mittelalter zurückreicht.
Wann findet der Sternrundgang Oberammergau 2025/2026 statt?
Der Sternrundgang findet jedes Jahr am 31. Dezember statt.
Der Beginn ist traditionell um 19:00 Uhr am Ammergauer Haus.
Ab da setzt sich der Sternzug durch das ganze Dorf in Bewegung
und endet – je nach Teilnehmerzahl – zwischen 21:00 und 21:30 Uhr
am Dorfplatz.
Wo startet der Sternrundgang in Oberammergau?
Der Sternrundgang startet jedes Jahr um 19:00 Uhr vor dem
Ammergauer Haus. Dort werden Lampions an die Gäste ausgegeben,
und Chor, Blaskapelle und Bläserensemble formieren sich, bevor der große beleuchtete Stern
den Zug anführt.
Welche Stationen werden beim Sternrundgang besucht?
Der Zug macht Halt an mehreren traditionellen Stationen. Dazu gehören u. a.:
- Ammergauer Haus
- Hotel Wolf
- Max-Streibl-Platz / Museum
- Pilatus-Haus
- Sternplatz
- Kriegerdenkmal
- Hotel Maximilian
- Daisenbergerstraße
- Café Hohenleitner
- BRK-Altenheim
- Beim Bemsl
- Dorfplatz (Finale)
Was passiert am Kriegerdenkmal während des Sternrundgangs?
Am Kriegerdenkmal wird an die verstorbenen Soldaten erinnert.
Statt eines Sternlieds wird das Kameradenlied von Ludwig Uhland
gesungen. Während der zweiten Strophe ertönen traditionell
drei Böllerschüsse. Aus Respekt entfällt an dieser Station
das Neujahrsschreien.
Wie lautet der traditionelle Neujahrsruf?
Beim Sternrundgang rufen alle Teilnehmer nach jedem Sternlied
(außer am Kriegerdenkmal) laut:
„A guat’s nei’s Johr!“
Dieser Brauch ist ein herzlicher gemeinsamer Wunsch für das neue Jahr und gehört
zu den emotionalsten Momenten des Sterngangs.
Wer darf beim Männerchor des Sternrundgangs mitsingen?
Beim traditionellen Männerchor dürfen ausschließlich
Männer aus der Gemeinde Oberammergau mitsingen.
Auswärtige Sänger oder Frauen dürfen im Chor nicht teilnehmen,
was ein wichtiger Bestandteil der historischen Tradition ist.
Was ist der „Große Stern“ beim Sternrundgang?
Der „Große Stern“ ist ein beleuchteter, drehbarer Holzstern,
bestehend aus einem rotierenden Sternenkranz und einer runden Holzscheibe
mit dem Jesuskind-Bildnis. Er wird an einer langen Stange
getragen, während eine zweite Person die Batterie trägt. Der Stern ist
das zentrale Symbol des gesamten Brauchs.
Wie lange dauert der Sternrundgang in Oberammergau?
Der Rundgang beginnt um 19:00 Uhr und endet – je nach
Teilnehmerzahl – zwischen 21:00 und 21:30 Uhr am Dorfplatz.
Dort wird als Abschluss das Sternlied „Der Weihnachtsstern“
sowie „Lobe den Herren“ gemeinsam gesungen.
Wie alt ist der Brauch des Sternrundgangs?
Der Brauch ist mehrere Jahrhunderte alt. Die früheste bekannte Erwähnung
stammt aus dem Saalbuch des Klosters Ettal (1771–1789),
in dem Auszahlungen an „Sternbuben“ verzeichnet sind.
Die Sternlieder gehen teilweise auf bekannte Oberammergauer Komponisten
wie Rochus Dedler und Eugen Papst zurück.
Kann man als Besucher beim Sternrundgang mitlaufen?
Ja – der Sternrundgang ist ein offener Brauch.
Jeder Gast und Besucher kann mitlaufen, einen Lampion tragen und die
Atmosphäre genießen. Lediglich Chor und traditionelle Rollen sind den
Oberammergauern vorbehalten.
